Der u.U. geneigten Leserschaft sei kurz berichtet:
 
Ich habe gestern in und um den Mondsee meinen ersten Triathlon über die "olympische Distanz" (1,5 km Swim, 40 km Bike, 10 km Run) absolviert. Der www.mondseelandtriathlon.at ist nach dem Ironman in Klagenfurt der zweitgrößte Triathlon in Österreich, es war eine organisatorisch runde Sache. Unter 808 Teilnehmern habe ich in 2:34:10 den 419. Platz belegt. Wobei (mir) der Rang einmal mehr nebensächlich erscheint, die Zeit war jedenfalls deutlich flotter, als ich mir das vorher ausgerechnet hatte (ich hatte 2:45 anvisiert). So gesehen war es sehr schön und hat mich sehr gefreut. Nun zu den Details:
 
Ausgangslage: Trist bis erbärmlich (erbarmungs-würdig ?). Nach einer durchgewitterten Nacht waren Start/Ziel/Wechselzonenbereich morastig. Bei 13° Außentemperatur, 16° Wassertemperatur, Nieselregen, tief hängender Bewölkung und Nebelschwaden über dem Mondsee (die Wendeboje war oft nicht zu sehen....) erfolgte der Start. Der Tenor unter den im Wasser zitternd auf den Startschuss Wartenden war eindeutig: So was machen nur völlige Idioten....
 
Schwimmen: Ich bin in der fünften von sechs (im 10-Minuten-Takt abgelassenen 150-Personen-) Startwellen losgekrault. Bis ich auf Betriebstemperatur war, hat's gedauert, dann war's zu Beginn das übliche Kreuz- und Querkämpfen mit den anderen und ich schon relativ angefressen. Auch weil mir einer bei einem Schlag auf den Kopf die Brille fast runter gerissen hat - und ich einige Zeit wassertreten musste, bis die wieder dicht saß. Aber ab der Wendeboje nach ca. 650m (Start, Wende und Wechselzone bildeten ein Dreieck) ging's dann problemfrei, man hatte sogar genug Platz, die zweiten 850m waren fast ein Vergnügen. Meine 33:27 für's Schwimmen (und da stecken auch das aus dem Wasser klettern und das 100m-Humpellaufen zur Wechselzone drin) sind um eine Minute schneller als meine bisher unter Laborbedingungen im Stadthallenbad erzielte schnellste 1500er-Zeit. Dank Neopren-Wasserlage war's also gar nicht so übel.
 
Wechselzone 1: Dann bin ich Depp mitten in all dem Gatsch eine Ewigkeit nicht aus dem Neoprenkondom rausgekommen und habe endlose dreieinhalb Minuten in der "Garderobe" gebraucht, davon locker die Hälfte mit dem "Geht-dieser-blöde-Fuß-jetzt-endlich-aus-dem-Anzug-raus"-Problem verplempert. Und neben mir hat sich einer nach dem anderen einfach seinen Schwimmanzug ausgezogen, als ob's das Einfachste auf der Welt wäre, sein Rad geschnappt und ist los gestartet. Irgendwann werde ich das mit dem Neoprenanzug-Ausziehen doch noch üben.
 
Rad: Die Selbstanalyse sagt mir, dass ich jetzt bald ein echter Triathlet bin. Denn - obwohl das natürlich strengstens verboten ist - habe ich mich allen Disqualifikationsdrohungen zum Trotz getraut. Und bin so wie fast alle anderen die komplette Strecke Windschatten gefahren. Während die Spitzenfahrer (auf der 20km-Hin-und-20km-Zurück-Strecke mit 200 Höhenmetern) nach wenigen Kilometern schon wieder entgegen gekommen sind (im Großpulk und mit 40 Minuten Vorsprung vom versetzten Schwimmstart....), waren "wir" zu Beginn drei Personen im Mannschaftszeitfahren. Am Ende war "unsere Gruppe" dann siebenköpfig und beim Abwechseln der Führungsarbeit gut eingespielt. Der Schnitt von fast 35 km/h (Radsplit in 1:07) war unter diesen Bedingungen verblüffend leicht zu kurbeln. Emotionales Highlight: Eine Bergab-Ortsdurchfahrt von irgendeinem Kaff mit einer Engstelle samt 2x 90°-Haarnadel-S-Kurve und erlaubten 30 Stundenkilometern Autohöchstgeschwndigkeit, die wir mit über 50 dicht an dicht durchgerauscht sind.... *g*
 
Laufen: War normal, lief gut. Ich habe knapp zwei Kilometer gebraucht, bis ich den Radrhythmus weg und den Laufrhyhtmus drin hatte, bin die 10 km aber relativ gleichmäßig und ohne Probleme in 47:35 durchgelaufen. Am Ende konnte ich noch ein bisserl steigern, blieb trotzdem ein bisserl hinter den erhofften 45 bis 46 Minuten. Für's Ego war's einmal mehr schön, dass ich meist auf der Überholspur war, viel mehr Leute überholt habe, als mich eingeholt haben. Trotzdem überraschend: Erstmals war ich in den Teilsplit-Platzierungen (509. Platz beim Schwimmen, 318. am Rad, 378. beim Laufen) beim Radeln besser als beim Laufen klassiert.
 
Abschließender Höhepunkt: Weil das Warmwasser nicht (mehr) funktionierte eine nette Kaltwasserdusche.
 
Ich hoffe, ich habe nicht gelangweilt. Meine Triathlonsaison ist jetzt jedenfalls aus und damit die Gefahr gebannt, dass weitere solche Berichte folgen....
LG Robert