Robert Labners "Reise"-Berichterstattung vom "Halb-Iron-Austria-Triathlon" am 27. Mai 2006 in Graz


Alsdann, die G’schicht war kurz zusammen gefasst a so:
Ich habe meine persönliche Bestzeit über die Triathlon-Mitteldistanz („Halb-Ironman“) von 5:22 um 12 Minuten auf 5:10 verbessert. Angesichts einer um 200m längeren Schwimmstrecke und einer viel schwierigeren Radstrecke gegenüber dem Viennaman-Bewerb vom Vorjahr stellt mich das zufrieden. Andererseits habe ich das Kunststück geschafft, unter beachtlichen 495 Gestarteten in den drei Teilsplits Plätze zwischen 248 und 256 zu belegen, am Ende aber nur Gesamt-260. zu sein. Des Rätsels Lösung: Meine Umzieh-Zeiten in den Wechselzonen waren wohl einmal mehr gegenüber der Konkurrenz doch ein wenig zu gemütlich angelegt…

Schwimmen: 2,2 km im Schwarzlsee bei angenehmen knapp 19° Wassertemperatur, ein 2x zu bewältigender Viereckkurs. Zu Beginn die üblichen Schlägereien und Seeschlachten, nach acht Monaten Wettkampfpause war das einmal mehr gewöhnungsbedürftig. Es ist schon verrückt, was an sich zivilisierte Menschen beim Wettschwimmen so alles aufführen, nur weil man nicht erkennt, wem man grad eine reinhaut oder irgendwo hin tritt. Echt zu schwimmen begonnen habe ich erst nach rund 600m, davor habe ich mehr oder weniger nur in Notwehr (?) um mich schlagend die anderen getögelt *g*. Dafür sind 40 Minuten im Wasser (in der o.g. Schwimmzeit steckt zusätzlich eine Landstrecke bis zur Zeitnahme) nicht schlecht. Auch weil ich das erste Mal bei einem Triathlon nicht erst in die erste Wechselzone gekommen bin, als dort mehr oder weniger nur noch mein eigenes Rad gestanden ist: Das durchaus intensive Schwimmtraining der letzten Monate hat sich gelohnt, mein Schwimmniveau entspricht jetzt dem der beiden anderen Disziplinen. Dass mir beim Aus-dem-Wasser-Klettern sauschlecht und ernsthaft schwindlig war, weil ich unterwegs wegen der „Feindkontakte“ zu oft geschlempert hatte, verschweige ich lieber….

Radfahren: Ein knapp 40km-Kurs, der 2x bestrampelt werden wollte. Aber: NICHT für den Verkehr gesperrt und zum Teil auf ebenso faszinierend einspurig-engen wie kurvigen Nebenstraßerln. Und außerdem über insgesamt gut 50 km ununterbrochen bergauf-bergab (1200 Höhenmeter merkt man, „anspruchsvolle Radstrecke“ hieß das in der Ausschreibung). Was auch bedeutete, dass man es bergab selten kompromisslos tuschen lassen konnte, weil hinter jeder unübersichtlichen Kurve grad ein Auto entgegen kommen konnte. Dazu blies Gegensturm auf den letzten 5 km jeder Runde, während der Rückenwind in die andere Richtung streckenprofil-entsprechend nicht so massiven Eindruck hinterließ. Ich habe bewusst ein wenig gezockt und bin relativ am Limit gefahren (29 km/h Schnitt sind für diese Strecke und für mich okay, finde ich…), kriegte dies am Ende des Radelns auch deshalb deutlich zu spüren, weil mir 15km vor Schluss die Verpflegung ausgegangen ist. Interessant: Trotzdem hätte ich vom Gefühl her gewettet, dass meine zweite Radrunde flotter als die erste war, ein Irrtum….

Laufen: Insgesamt knapp 20 km, die erste der vier Runden rund um den Schwarzlsee war ein bisserl kürzer, die anderen drei waren je 5km lang. Zu Beginn war’s einmal mehr nicht leicht, den Radrhythmus raus zu kriegen und nicht im Stakkato sondern halbwegs normal zu rennen. Das Laufen hatte ich „ohne Druck auf gemütlich“ angelegt, am Ende wurde es trotzdem mühsam und ins Ziel kam ich zwar problemfrei, aber auch ohne nennenswerte Reserven ziemlich am letzten Zacken. Gut, dass es aus war…. ;-)

Nachbetrachtung: Wie ich in eineinhalb Monaten mehr als die doppelte Distanz schaffen soll, ist mir nicht ganz klar. Aber: Schaunmirmal….

RL